Projektarbeit am Elisabeth-Gymnasium
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Projektarbeit des Elisabeth-Gymnasiums (ELG) in ihr Schulprogramm aufgenommen. Auf der Website der Stiftung heißt es zum Projekt des ELG:
„Seit einigen Jahren ist das Sinti-Mausoleum ein wichtiger Lernort für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 am Elisabeth-Gymnasium Halle. Für den Erhalt dieses außergewöhnlichen Baudenkmals setzt sich das Gymnasium in einem größeren Netzwerk ein und hat am Tag des offenen Denkmals wiederholt auf seine Bedeutung aufmerksam gemacht. […]„
Ihre Erkenntnisse sichern die Schülerinnen und Schüler in Texten, Zeichnungen und digitalen Formaten und präsentieren sie öffentlich, um das Sinti-Mausoleum als Erinnerungs- und Lernort in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu heben.
Die Bilder und Texte auf dieser Website sind in der Projektarbeit am ELG entstanden und beim jährlichen Tag des offenen Denkmals der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Erinnerungskulturarbeit am Elisabeth-Gymnasium
Das Projekt ist am Elisabeth-Gymnasium ein Baustein einer umfangreichen Erinnerungskulturarbeit, die den Blick auf eine für die Menschen engagierte Elisabeth wie auf den menschenverachtenden Nationalsozialismus oder auf deutsch-deutsche Erfahrungen lenkt, die mitlaufend Lebenswirklichkeiten beeinflussen.
Erinnerungskulturarbeit am ELG ermutigt, gegen einen in der regionalen Nachbarschaft der Schule aufkeimenden fundamentalistischen, ja rechtsextremen Populismus kritisches Denken und ein eigenständiges vernünftiges Urteil zu setzen.
In einer unübersichtlichen, krisengeschüttelten Zeit leistet die Erinnerungskulturarbeit am ELG einen Zukunft eröffnenden Beitrag zur Ausbildung einer persönlichen Identität sowie eines gesellschaftlichen Zusammenhalts im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Siehe dazu: www.ess-elisabeth.de/bildung/schule-im-dialog/durch-erinnern-und-vergegenwartigen/
Entwurf für ein Glasfenster im sanierten Mausoleum
Zu ihrem Entwurf notiert die Schülerin Anna Rescheleit:
„Josef Weinlich errichtete das Mausoleum. Nach seinem Ableben mussten seine Tochter und Enkeltochter, Grete und Anna Weinlich, in Auschwitz um ihr Leben kämpfen. Sie wurden aufgrund ihres Daseins als Sinti und Roma deportiert. Grete überlebte das Konzentrationslager nicht, aber ihre Tochter Anna, weil sie an ihrem Glauben, der Marienverehrung, festhielt. Deswegen steht die Maria im Rampenlicht des Fensters. In ihr sind moderne und ältere Kunststile vereint. Naturgetreue Konturen und geometrische Figuren treffen in der Maria aufeinander. Der Kontrast soll Vergangenheit und Zukunft verbinden. Er soll eine Mahnung der Geschichte überbringen. Die Maria hält nicht nur eine blaue Lilie in der Hand, weil sie oft mit ihr abgebildet wird, sondern auch, weil blaue Lilien als Grabschmuck verwendet werden. Das Bild wird umrahmt von einer bestimmten Anordnung von Drachenvierecken. Dieses Muster findet sich bereits in einem noch intakten Fenster im Mausoleum vor. So werden beide Fenster in Einklang gebracht. Jeder einzelne Stern im unteren Bildrahmen symbolisiert einen der verstorbenen Menschen, die über die Zeit im Mausoleum beigesetzt wurden.“